Fokus auf Johannes Verspronck. Sonderausstellung Städel, Frankfurt am Main

* grandios

im detail:
**einführung: keine. die begegnung mit dem fokussierten bild spricht für sich.
**benutzerführung: das ist wie wikipedia zum anfassen. die ikonographie des bildes, seine provenienz, sowie die geschichte der restaurierung, sogar die hintergründe für eine neue rahmung des bildes werden asuführlich und detailliert erläutert. die erläuterungen hängen als kalenderartig aufklappbare blattbündel an den wänden, jedes stichwort bekommt so sein din a4 an wandfläche. was sonst in einem buch hintereinandergeschaltet verflacht, ist hier in voller breite im überlick erfassbar. post-it notizen und handgeschriebene deckblätter vermitteln dem besucher das gefühl, in den arbeitsunterlagen des museums wühlen zu dürfen.
natürlich ist die insenzierung unübersehbar – trotzdem eine extrem zugängliche und zugleich detailverliebte darstellung, dieein wenig an die todo-listen in der kaisermacherausstellung im historischen museum erinnert.
**aufstellung/hängung: das portrait der frau im sessel sowie die beiden vergleichswerke befinden sich auf olivgrünem grund in einer intimen nische, die sich aus der kreuzung verschiedener raumfolgen ergibt.
**umfang: drei werke. also schnell zu sehen. bis man sich durch alle informationen geblättert hat, kann man aber gut eine halbe stunde dort verbringen.
**inhalte: nach der befreiung vom patina-firniss des 19. jahrhunderts und der neu-rahmung in einem nach historischen vorbild geformten dunklen holzrahmen wird das gemälde von verspronck der öffentlichkeit präsentiert. es sind details über funktion und material der abgebildeten kleidung zu erfahren wie auch über die provenienz, insbesondere die sammlerfamilie leisler. die dokumentation der restaurierung entspricht üblichen standards, inclusive der immer faszinierenden vorher-nachher-effekte. besonders reizvoll ist die erläuterung der neurahmnung mit fotomontagen der verschiedenen rahmungen.
**hintergründe:n.a.
**architektur:n.a.
**extras:n.a.
**homepage: http://www.staedelmuseum.de/index.php?id=1273
**fazit: klein und sehr fein. angenehm unarroganter versuch, den besucher sich selbst von information erschlagen zu lassen.

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