zum ersten mal auf der buchmesse

heike hat mir nicht nur am freitag einen leckeren italiener im westend gezeigt, sondern auch eine eintrittskarte für die buchmesse verschafft.

der weg von der u-bahn zum eingang der messe erinnert stark an den eingangsbereich der vatikanischen museen, sowohl was die zahl der besucher, als auch deren aussehen angeht, rolltreppen, glasarchitektur und idiotensichere wegweiser sowieso – anders sind nur die japanischen punkmädels, die in grüppchen unters volk gestreut sind, später werde ich sie in der mangaabteilung wiedersehen.

in den hallen angekommen ist es dann aber doch etwas leerer als in der sixitinischen kapelle, dafür sehr warm. ich besuche heike kurz an ihrem stand und arbeite mich dann durch die reihen der halle 3.1. ich staune über die seltsamkeit vieler der anwesenden verlage, von den meisten habe ich nie zuvor gehört. bei einigen erstaunt mich, dass sie angesichts ihrer publikationen in der lage sind, sich einen der, zugegebenermassen sehr kleinen, messestände zu leisten. am faszinierendsten sind solche single-issue-publisher, wie die hochschwangere autorin/verlegerin der „geschichte vom wassertröpfchen“, die auf einem sitzsack in der ecke ihres ständchens lümmelt, umgeben von etwa 1000 exemplaren der „geschichte vom wassertröpfchen“, über ihr an einer wäscheleine hängen katzengrosse selbstgenähte wassertropfen aus graublauen frottier.

zwischen den kleinen verlagsalkoven prangen einige grossflächige präsentationen bekannter schulbuchverlage mit der anmutung eines küchenstudios. ich gucke, ob der mütterliche verleger auch dabei ist und freue mich, „das werk“ schliesslich auf einem regal zu entdecken. ein lesebuch mit geschichten von mir ist auch da. ich schlage „nachts im museum auf“. eigentlich könnte ich jetzt eine autorenlesung veranstalten. oder wenigstens ein buch signieren. aber der verlag verkauft nicht auf der messe und die damen um mich herum sind in mathebücher und abiturhilfen vertieft. mit aufrechter autorenhaltung verlasse ich den stand.

ja, es gab auch belletristik auf der buchmesse. aber ehrlich gesagt, wurde mir auf den ständen der verlage, deren bücher ich vorzugsweise konsumiere irgendwie übel. zu viele rote pappregale. zu viele unsympathisch wirkende rauchende weissweintrinkende verlagsleute. zu viele exemplare desselben buchs. ich beschliesse, lieber keine bücher kaufen oder lesen zu wollen und verlege mich stattdessen auf das einsammeln von gratispostkarten.

mit einem kilo, na doch eher nur einem pfund gratispostkarten und einem bildstadtplan von frankfurt im gepäck wanke ich nach drei stunden zur s-bahn.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter madame poupous librairie abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s