Darmstadt, Museum Künstlerkolonie, Dauerausstellung

* einen besuch wert, wenn man sowieso in der nähe ist

im detail:
**einführung:eine chronologie der künstlerkolonie mathildenhöhe und der restauration des gebäudes dient im foyer als einführung, ist allerdings leicht zu übersehen. einen einführenden text gibts leider nicht.
**benutzerführung: eigentlich findet keine echte benutzerführung statt – man betritt das kleine museum im mittleren von drei räumen, zur linken sind dann die früheren, rechts die späteren ausstellungen der künstlerkolonie thematisiert. intuitiv würde man wohl nach rechts gehen, wird jedoch von der netten aufseherin dann in den linken raum geschickt.
**aufstellung/hängung: erfreulich viele exponate stehen auf flachen sockeln und podesten frei im raum. es wurde versucht, die räumlichen dimensionen der wohnräume, für die die ausgestellten möbel, keramiken und metallgegenstände konzipiert waren, nachzuempfinden. modelle bilden die siedlung in verschiedenen entwicklungsstufen ab.
**umfang:das museum ist eher klein und in 45 min kann man es gründlich betrachten. allerdings lohnt es nur im zusammenspiel mit den erhaltenen gebäuden ringsum, so dass man sich für einen besuch der mathildenhöhe insgesamt mind. 3 h zeit nehmen sollte.
**inhalte:die geschichte der künstlerkolonie mathildenhöhe, themen und bedingungen ihrer ausstellungen, aber auch das werk der beteiligten künstler sind thema dieses museums. ausgestellt werden vorwiegend einrichtungsgegenstände aus den künstlerhäusern und nach entwürfen der mathildenhöhen-künstlern produzierte gebrauchsgegenstände. jeder künstler wird kurz biographisch und mit seinem werk vorgestellt. leider wird die mathildenhöhe kaum im kontext ihrer zeit verankert. man würde auch gerne mehr über die nachnutzung der gebäude und die fortsetzung der bebauung nach dem ende der kolonie erfahren. so befindet sich am fusse des platanenhains ein wohnheimgebäude von ernst neufert aus den 50ern, das, vorbildlich restauriert, deutliche bauhauszitate aufweist (balkone, fensterrhythmus etc).
**hintergründe:leider geht die ausstellung an keine stelle wirklich in die tiefe. hier böten sich details zum stil, den verwendeten materialien, aber auch zu den politischen und wirtschaftlichen verhältnissen an
**architektur:das museum befindet sich in der rekonstruktion des atelier-gebäudes von joseph maria olbrich aus den 1980ern. obwohl schon damals die nutzung als museum feststand, wurde auch im innern des gebäudes die ursprüngliche kleinteilige raumfolge zumindest angedeutet.
**extras: die aufseher holen auf nachfrage handschuhe und öffnen schranktüren und schubladen. gleich nebenan im shop kann man zahlreiche der ausgestellten gebrauchsgegenstände erwerben (geschirrtücher, gläser, leuchter, haarspangen etc). ausserdem sehr schöne tüten!
**homepage: www.mathildenhoehe.info
**fazit:beim besuch der künstlerkolonie mathildenhöhe sollteman das museum nicht auslassen. gerade die modelle erleichtern das verständnis der gesamtanlage ungemein. kleines aber feines museum mit freundlichen mitarbeitern.

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